Geschichten

Der Tempel der tausend Spiegel

Ein Hund hatte von dem Tempel der tausend Spiegel gehört. Er wusste nicht, was Spiegel sind, aber er wollte den Tempel sehr gerne besuchen. Nach einer langen Reise kam er dort an und lief die Stufen zum Tempel hinauf. Als er durch die Eingangstür getreten war, blickten ihn aus tausend Spiegeln tausend Hunde an. Er freute sich und wedelte mit dem Schwanz. Da freuten sich auch in den Spiegeln tausend Hunde und wedelten mit dem Schwanz. Er verließ den Tempel in dem Bewusstsein: Die Welt ist voll mit freundlichen Hunden. Von da an ging er jeden Tag in den Tempel der tausend Spiegel. Am Nachmittag kam ein anderer Hund in den Tempel. Als er durch die Eingangstür getreten war, blickten ihn aus tausend Spiegeln tausend Hunde an. Da zeigte er vor Angst seine Zähne und knurrte. Und aus den Spiegeln knurrten tausend Hunde zähnefletschend zurück. Der Hund zog den Schwanz ein und eilte in dem Bewusstsein davon: Die Welt ist voll mit bösen Hunden. Nie wieder wollte er den Tempel der tausend Spiegel betreten. Der Tempel der tausend Spiegel ist die Welt. Wer egoistisch und streitsüchtig ist, der erlebt auch Egoismus und Streit in der Welt. Wer sich aber fröhlich und freundlich umsieht, der findet auch freundliche Gefährten.

Die Fabelhafte Entdeckung

ist ein wunderschön illustriertes Kinderbuch mit dieser Geschichte in einer etwas abgeänderten Variante. Super geeignet, um sie schon mit kleinen Kindern zu teilen. 

Es gibt Möglichkeiten zu Kinderbuchyogaübungen auf jeder Seite!

Die Blinden und der Elefant

In einem fernen Land stritten sich die Gelehrten einmal darüber, was Wahrheit ist. Der König, ein wirklich weiser Mann, rief daraufhin einige Blinden zu sich und bat sie, einen Elefanten zu betasten. Danach fragte er, was denn ein Elefant ist. Der Blinde, der die Ohren berührt hatte, sagte, dass ein Elefant groß und platt ist, derjenige, der den Rüssel berührt hatte, sagte, dass ein Elefant lang und rund wie ein Rohr ist. „Nein, das stimmt nicht“, rief ein anderer, „ein Elefant ist so stämmig wie eine Säule“. Dieser Blinde hatte die Beine betastet. Der vierte Blinde berichtete, dass seiner Meinung nach ein Elefant lang und glatt und am Ende spitz ist. Er meinte damit die Stoßzähne. Schließlich unterbrach der König sie und sagte: „Ihr habt alle recht, aber jeder hat nur ein kleines Stück des Elefanten beschrieben. Genauso ist es mit der Wahrheit: Was wir sehen oder wahrnehmen, ist oft nur ein kleiner Teil dessen, was wirklich ist.“

Der Krug mit dem Sprung

Ein indischer Wasserträger trug an einer langen Stange, die quer über seinen Nacken hing, zwei große Wasserkrüge. Einer der Krüge war perfekt und verlor nicht einen einzigen Tropfen Wasser. Der andere Krug hatte einen Sprung, und jedes Mal, wenn der Wasserträger das Haus seines Herrn erreichte, hatte er die Hälfte seines Inhalts verloren. Zwei ganze Jahre lang, Tag für Tag, lieferte der Wasserträger immer nur eineinhalb Krüge voll Wasser bei seinem Herrn ab.

Natürlich war der perfekte Krug stolz auf seine Leistung. Der gesprungene Krug aber schämte sich seiner Unzulänglichkeit und sprach eines Tages den Wasserträger an, als sie gerade am Fluss Wasser holen wollten: "Ich schäme mich meiner selbst und möchte mich bei dir entschuldigen."

Der aber sagte: "Wenn wir zum Haus meines Herrn zurückgehen, möchte ich, dass du auf die wundervollen Blumen achtest, die am Weg wachsen."

Und tatsächlich, als sie den Hügel hinaufstiegen, sah der alte gesprungene Krug, wie die Sonne die wunderschönen wilden Blumen am Wegesrand wärmte, und er fühlte ein wenig Freude in sich.

"Siehst du", sagte der Wasserträger, "dass nur auf deiner Seite des Weges Blumen blühen? Ich habe Blumensamen nur dort gesät, und jeden Tag, den wir hier entlang gegangen sin, hast du sie bewässert. Zwei Jahre lang konnte ich so das Haus meines Herrn mit wunderschönen Blumen schmücken. Wärest du nicht gewesen, dann wäre meinem Herrn all diese Schönheit verborgen geblieben."

 

So liegt in jeder Schwäche auch eine Stärke. Seine eigenen Schwächen zu sehen und anzuerkennen, kann die Quelle für wunderbares und Schönes sein.

 

 

Zwei Mönche

Zwei Mönche waren auf der Wanderschaft. Eines Tages kamen sie an einen Fluss. Dort stand eine junge Frau in wunderschönen Kleidern. Offenbar wollte sie ans andere Ufer, doch da das Wasser sehr tief war, konnte sie den Fluss nicht durchqueren, ohne dass ihre Kleider nass werden würden.

Ohne zu zögern ging einer der Mönche auf die Frau zu, hob sie auf die Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf der anderen Flussseite setzte er sie trocken ab. Nachdem der andere Mönch auch durch den Fluss gewatet war, setzten die beiden ihre Wanderung fort.

Nach etwa einer Stunde fing der eine Mönch an, den anderen zu kritisieren: "Du weißt schon, dass das, was du getan hast, nicht richtig war? Du weißt, wir dürfen keinen nahen Kontakt mit Frauen haben. Wie konntest du nur gegen diese Regel verstoßen?"

Der Mönch, der die Frau durch den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen ruhig an. Dann antwortete er: "Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt - warum trägst du sie immer noch mit dir herum?"

 

 

Der Löwe und die Gazelle

Jeden Morgen, wenn in Afrika über der Steppe die Sonne aufgeht, wacht die Gazelle auf. Sie weiß, sie muss heute schneller laufen als die langsamste Gazelle, wenn sie nicht gefressen werden will.

Jeden Morgen, wenn in Afrika über der Steppe die Sonne aufgeht, wird auch der Löwe wach. Er weiß, er muss heute schneller sein als die langsamste Gazelle, wenn er nicht verhungern will.

 

Daraus folgt: Es ist eigentlich egal, ob du ein Löwe oder eine Gazelle bist. Wenn über der Steppe die Sonne aufgeht, musst Du rennen.

 

 

Die Geschichte von Ganesha und der Maus

Die Geschichte von Musika, der Maus von
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Diese Geschichte wurde von Douglas Brooks erzähllt und ich habe sie aus dem Englischen übersetzt.

 


Der Mythos des Zauberbaums

Diese Geschichte haben sich die Kinder der Yogagruppe im Tagesheim an der Markgrafenstraße 2007 ausgedacht, dann in Yogaübungen nachgespielt und fotografiert.

Viel Spaß dabei!

Der Mythos des Zauberbaums
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Blumenland

Diese Geschichte haben sich die Kinder der Yogagruppe im Yogaloft Wörthstaße 2008 ausgedacht, dann wurden die dazu passenden Yogaübungen mit ihnen fotografiert, künstlerisch ausgearbeitet und zu einem kleinen Heft gemacht.

Viel Spaß!

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Habt Ihr auch eine schöne Geschichte?

Dann schickt sie mir, ich würde mich freuen!

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